Finanzen prüfen in der Corona-Krise

Prioritäten setzen 
Miete, Energie, Wasser und Lebensmittel sind unabdingbar und stehen ganz oben auf der Liste, wenn es um die Frage geht, was vorrangig zu bezahlen ist. Auch Telekommunikation darf in Zeiten strenger Kontakt-einschränkungen eine wichtigere Position im Haushaltsplan einnehmen. 
Sind Sie auf ein Auto angewiesen, sollte auch das inkl. aller damit verbundenen Kosten für Versicherung, Sprit, TÜV usw. weiterhin im Kostenplan berücksichtigt werden. Auch die Haftpflichtversicherung ist mit dem umfassenden Schutz und den vergleichsweise niedrigen Beiträgen ein empfehlenswerter Posten.

Unwichtige Ausgaben prüfen
Um einen Überblick über Ihre Einnahmen und Ausgaben zu erhalten, sollten Sie mithilfe Ihrer Kontoauszüge einen Haushaltsplan anlegen. Damit lassen sich dann auch schnell vermeidbare Kosten ausfindig
machen. Digitale Dienstleistungen, Versicherungen und Vereinsbeiträge könnten dabei auf dem Prüfstand stehen.
Achten Sie aber unbedingt darauf, dass gerade bei Versicherungen Alternativen zur Kündigung des Vertrages bestehen (z. B. Beitragsfreistellung).

Tipps für den absehbaren Zahlungsausfall
Die Maßnahmen, die das Gesetz zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie ermöglicht, decken nicht alleZahlungsverpflichtungen ab, sodass bei vielen Verträgen die Kündigung und ein teures Mahnverfahren wegen Zahlungsverzug drohen.
Sollten Sie also trotz allem bestimmte Forderungen nicht mehr bedienen können, ist eine Kontaktaufnahme mit den Gläubiger dringend zu empfehlen. So lassen sich einvernehmliche Lösungen finden und eine geordnete Abwicklung ist möglich.

Auch sollten Sie eine Liste mit allen Verpflichtungen und ggf. anfallenden Schulden inkl. Mahnkosten anlegen. Heben Sie Briefe (Mahnschreiben etc.) unbedingt auf und heften Sie diese ab. Das erleichtert eine spätere Entschuldung, z. B. mit Hilfe durch die soziale Schuldnerberatung. Eine aufwendige und langwierige Suche im Nachhinein erübrigt sich auf diese Weise.

Pfändungsschutzkonto einrichten
Am Ende einer langen Liste an Schritten im Mahnverfahren steht neben Sach- und Lohnpfändung auch die Kontopfändung. Das Kontoguthaben wird dann an die Gläubiger ausgezahlt und Ihnen drohen
weitere Zahlungsschwierigkeiten. Damit dies nicht geschieht, können Sie Ihr Konto in ein Pfändungsschutzkonto umwandeln lassen. Hier sind dann grundsätzlich 1178,59 € monatlich vor der Pfändung geschützt. 
Dieser Betrag lässt sich durch einen entsprechenden Antrag weiter erhöhen, sollten
Unterhaltspflichten bestehen, Kindergeld oder Sozialleistungen auf dem Konto eingehen. Eine Bescheinigung hierfür stellen neben der Familienkasse und Sozialleistungsträgern auch die anerkannten Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstellen aus.