Die Vorstände im Interview mit Herrn Andreas Horn

Andreas Horn, Dezernent für Sicherheit, Umwelt und Sport sowie die Vorstände, Herr Büttner und Herr Gottschalk reden gemeinsam über die Zusammenarbeit der WBG Einheit mit dem Dezernat. Mit der Begegnungsstätte Heimatstern wurde ein Ort geschaffen, an dem auch Themen wie Sicherheit und Prävention intensiv den Mitgliedern der Genossenschaft nähergebracht werden können.

 Warum ist das Thema Sicherheit so prägnant und wieso sollten wir Diesem noch mehr Aufmerksamkeit schenken?

AH: Sicherheit ist eine Grundvoraussetzung für unsere Gesellschaft und unser Leben. Dabei reicht Sicherheit von der physischen über die wirtschaftliche bis zur sozialen Sicherheit. Im Rahmen der sozialen Sicherheit müssen wir unsere Seniorinnen und Senioren mehr in den Blick nehmen. Eines von den wichtigen Themen ist da die Einsamkeitsprävention. In Erfurt gibt es über 23.000 Menschen über 65 Jahren die alleine leben. Hier ist die Gefahr von Vereinsamung gegeben. Ich finde es deshalb gut und wichtig, dass die WBG Einheit einen Einsamkeitslotsen etabliert hat, der auf die Menschen ganz bewusst zugeht und Hilfe oder Beratung anbietet. Ein weiteres wichtiges Thema insbesondere für unsere Seniorinnen und Senioren ist die Gefahr, auf einen Trickbetrug hereinzufallen. Der Enkeltrick ist hier immer noch verbreitet. Kriminelle rufen ältere Menschen unter dem Vorwand an, Enkel zu sein und wollen so an das Geld ihrer Opfer. Hier gilt es, immer wieder Präventionsarbeit zu leisten und immer wieder Tipps und Hinweise zu geben. Auch hier kann im Übrigen der Einsamkeitslotse hilfreich sein.  

 CG: Deshalb sind aber auch gerade ältere Menschen anfällig, für solche Betrugsmaschen, weil sie sich in dem Moment nicht trauen, sich zu verabschieden und aus dem Gespräch rauszunehmen, ohne unhöflich sein zu wollen.

AH: Das ist richtig und hier ist wie gesagt Aufklärung gefragt. Die neue Kampagne mit der Polizei „Nicht mit uns! – Tipps und Tricks zum Schutz vor Telefonbetrügern“ finde ich sehr gut. Solche Präventivkampagnen zu Themen wie „wie verhält man sich, wenn jemand unbekanntes anruft? Wie verhält man sich, wenn man von fremden Menschen auf der Straße angesprochen wird? Wie verhält man sich in bedrohlichen Situationen?“

CB: Sie sind ja als Dezernatsleiter der Stadt Erfurt auch bekannt als „Macher“ – der zu seinem Wort steht und als jemand, der für die Menschen da ist. Und das ist eine riesengroße Schnittmenge die Sie mit uns als WBG Einheit verbindet.

Wie können wir die Lotsentätigkeit der Einheit, gerade was die Themen Sicherheit, Ordnung und älter werden angeht, mit dem Dezernat noch intensiver verbinden?

AH: Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wir haben bei uns im Dezernat, im Kriminalpräventiven Rat, zum Beispiel unsere geschulten Seniorensicherheitsberater, allesamt selbst Senioren. Sie beraten ehrenamtlich und klären auf unter anderem in den Bereichen Einbruchsschutz und Trickbetrug. Dabei kommen sie in Seniorenklubs, in Altenheime oder auch auf Ortsteilveranstaltungen und führen Informationsveranstaltungen durch. Vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Veranstaltungen konnten schon hilfreiche Tipps und Hinweise gegeben werden. Mit den Seniorensicherheitsberatern hebt sich Erfurt auch gegenüber anderen Städten ab. Wir haben damit etwas geschaffen, was so in der Form, thüringenweit seines Gleichen sucht. Gern biete ich Ihnen an, dass unsere Seniorensicherheitsberater auch mal in den Heimatstern kommen, um Ihren Mitgliedern ebenfalls diesen Mehrwert zu bieten.

 Kann die WBG Sie auf diesem Weg aktiv unterstützen?

AH: Sehr gern. Die Aufklärungsarbeit muss im Idealfall genau vor Ort ankommen, das heißt eben direkt in den Wohnhäusern und bei den Mieterinnen und Mietern auch der WBG Einheit. Hier können Aushänge bzw. Flyer und das Verbreiten von Sicherheitstipps in den Schaukästen oder der regelmäßigen Mieterzeitschrift sehr hilfreich sein. Am Ende erhalten die Mieterinnen und Mieter nicht nur praktische Hinweise, sondern auch das subjektive Sicherheitsempfinden eines jeden einzelnen kann dadurch gesteigert werden.

 CB: Die Sicherheit ist die eine Säule, die uns verbindet, aber die andere Säule ist die, die wir auch bei uns auf der Agenda haben – nämlich der Sport.

 AH: Seit einem Jahr darf ich auch Sportdezernent unserer Stadt sein. Ein anspruchsvoller aber auch sehr schöner Bereich. Erfurt hat ein großes Potential im Breiten- aber auch im Spitzensport. Beide Bereiche muss man fördern. Ich freue mich, dass wir seit dem letzten Jahr eine weitere Vereinsförderung in Höhe von 500.000 Euro im Haushalt haben. Damit kann der Bedarf von Kleinreparaturen an den Sportanlagen über die Vereine angemeldet und hoffentlich zügig ausgeführt werden. Ich denke im Übrigen, dass der Sport in Erfurt noch mehr in den Vordergrund rücken muss. Ich möchte Erfurt als Sportstadt etablieren und fördern. Wir haben ungefähr 270 Sportvereine in unserer Stadt, welche über das Ehrenamt laufen – meinen großen Respekt! Auch im Spitzensport haben wir großes Potential. Unsere Basketball Löwen, die Black Dragons, die Damen der SWE Volleys, Rot-Weiß-Erfurt und das Top Team Thüringen – um nur einige Mannschaften zu nennen – tragen dazu bei Erfurt als Sportstadt zu etablieren. Mein Ziel ist es, einmal im Jahr eine deutsche Meisterschaft nach Erfurt zu holen. Wir haben jetzt im Juni über mehrere Tage die Deutschen Meisterschaften im Tischtennis in Erfurt und erwarten dazu insgesamt 8.000 Zuschauer bzw. Gäste. Davon profitiert nicht nur der Sport, sondern auch die ganze Stadt.

CB: Wir haben ja durch den Heimatstern und das Angebot für den Seniorensport einen gewissen Nerv getroffen.

Können Sie sich vorstellen, auch das Thema Seniorensport in der Stadt weiter in den Fokus zu rücken?

 AH: Wenn man davon ausgeht, dass die am stärksten wachsende Bevölkerungsgruppe, die 65jährigen – 70jährigen ist und auch, dass genau diese Gruppe von der Einsamkeit am meisten bedroht ist, müssen wir natürlich als Stadt und als Gesellschaft agieren und Angebote schaffen, um dem entgegen zu wirken. Und da ist der Seniorensport ein wichtiger von vielen Bausteinen. Er trägt nicht nur dazu bei, so lange wie möglich fit zu bleiben, sondern fördert auch den Sozialkontakt. Insofern ist das Angebot für den Seniorensport im Heimatstern sehr zu begrüßen. Ich möchte im Übrigen in unserer Stadt einen Seniorenpass einführen, damit unsere Seniorinnen und Senioren kostengünstig am gesellschaftlichen aber auch kulturellen Leben teilhaben können.

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